Mit der UWE-Befragung die kommunale Planung neu denken
Als sich die Stadt Geldern mit ihrem „Nachhaltigen Stadtentwicklungskonzept 2040“ beschäftigt hat, wurde schnell klar: Wer die Welt von morgen planen will, muss jene miteinbeziehen, die im Jahr 2040 erwachsen sein werden. Doch wie lassen sich die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen so erfassen, dass sie zur Grundlage kommunaler Planung werden können? Klassische Fachplanungen und amtliche Daten liefern wichtige Hinweise, stoßen aber dort an Grenzen, wo es um das subjektive Wohlbefinden und die konkreten Bedarfe junger Menschen geht.
Um diese „weißen Flecken“ auf der Datenlandkarte zu füllen, entschied sich Geldern 2023 für die Befragung „Umwelt, Wohlbefinden und Entwicklung“ (UWE), entwickelt an der Ruhr-Universität Bochum und durchgeführt vom Verein Familiengerechte Kommune. Die UWE-Befragung verbindet quantitative Daten u. a. zum subjektiven Wohlbefinden aus einem standardisierten Fragebogen mit qualitativen Einblicken in den Sozialraum, etwa durch eine ergänzende Fotosafari. So erhalten Kommunen differenzierte Informationen darüber, unter welchen Bedingungen Kinder gut aufwachsen und wo dringender Handlungsbedarf besteht, z. B. bei der Schulstandortentwicklung.
Die Arbeit mit den Befragungsergebnissen löste in Geldern einen Prozess aus, der weit über eine reine statistische Bestandsaufnahme hinausging: Sie sorgte für einen nachhaltigen Perspektivwechsel in der Verwaltung, lieferte eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen und mündete in konkrete Maßnahmen: vom Ausbau der Schulsozialarbeit bis hin zur Neuausrichtung des Kinder- und Jugendförderplans.
Den weitreichenden Umsetzungsprozess sowie zentrale Erkenntnisse und Erfolgsfaktoren haben wir in unserem neuen Praxisbeispiel „Wissen für die Welt von morgen – Wie die UWE-Befragung die kommunale Planung in Geldern veränderte“ aufbereitet und dazu ein ausführliches Interview mit Denis Erbozkurt-Beckers (Jugendhilfeplaner der Stadt Geldern) und Isabel Schwandt (Familiengerechte Kommune e. V.) geführt. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie ein sozialraumorientiertes Bildungsmonitoring dazu beitragen kann, die Lebensrealitäten von Kindern systematisch in Planungsprozesse einzubeziehen und so passgenaue Lösungen für mehr Bildungsgerechtigkeit zu entwickeln.
Das Praxisbeispiel erweitert unsere Themenseite „Mikrokosmos Sozialraum“ und steht ab sofort auf unserer Webseite zur Verfügung.
Annika Kuchta
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.