Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer
Herangehensweisen für das kommunale Bildungsmonitoring

Themenseite Politische und kulturelle Bildung

Von der strategischen Zielsetzung bis zur Eigeninitiative bei der Datenerhebung

Von der strategischen und inhaltlichen Konzeption über die Auswahl und Konstruktion von Indikatoren bis hin zur eigenen Datenerhebung und -dokumentation – für Kommunen stellen sich zahlreiche Fragen, wie sie das Bildungsmonitoring in der politischen und kulturellen Bildung angehen können.

Auf dieser Seite geben wir Orientierung und Empfehlungen für die ersten Schritte auf dem Weg zu einer datenbasierten Bearbeitung der politischen und kulturellen Bildung.

Handlungsempfehlungen

Strategien und Ziele klar definieren

Kommunen sollten ihr Bildungsmonitoring stärker auf konzeptionelle Strategien und Ziele der politischen und kulturellen Bildung abstimmen, um Fragestellungen in diesen Themenfeldern gezielt beantworten zu können. Dies kann mit der Strukturierung entlang der drei Perspektiven Akteure/Angebote, Nutzung und Wirkung erfolgen. 

Indikatoren sinnvoll wählen und interpretieren

Die Auswahl von Indikatoren für das Bildungsmonitoring sollte sich an den zentralen Funktionen der kulturellen und politischen Bildung orientieren. Im Bereich der politischen Bildung zählen hierzu insbesondere die Vermittlung methodischer Kompetenzen, die Förderung der politischen Urteilsfähigkeit und die Stärkung der politischen Handlungsfähigkeit. Für die kulturelle Bildung stehen das Entfalten individueller Interessen, das Bewahren und Weitergeben kultureller Praktiken sowie die Schaffung von Möglichkeiten für die aktive Teilnahme am kulturellen Leben im Vordergrund.

Eigeninitiative in der Datenerhebung

Im Monitoring der politischen und kulturellen Bildung kann es für Kommunen erforderlich sein, eigene Datenerhebungen durchzuführen. Hierbei sollte sich das Bildungsmonitoring nicht bloß eng mit seinen Partnern innerhalb und außerhalb der Verwaltung abstimmen, sondern auch auf die Erfahrungen anderer Kommunen zurückgreifen. Insbesondere der Einsatz bereits erprobter Fragebögen, methodischer Ansätze etc. kann eine wertvolle Ressource darstellen. Eine kleinschrittige Überblicksanalyse der Themen sowie die sorgfältige Dokumentation aller Schritte der Datenerhebung runden das Vorgehen ab.

Für das Bildungsmonitoring der politischen und kulturellen Bildung gibt es zahlreiche Ansatzpunkte entlang kommunenspezifischer inhaltlicher Fragestellungen. Die damit verbundenen Herausforderungen, Ziele und Einflussräume lassen sich aus drei analytischen Perspektiven betrachten: 

1. Akteure und Angebote der politischen und kulturellen Bildung

2. Nutzung politischer und kultureller Bildungsangebote (umfasst u. a. individuelle Zugänge und Beteiligungsmöglichkeiten)  

3. Wirkungen politischer und kultureller Bildungsangebote (umfasst u. a. Kompetenzen und Entwicklungsperspektiven) 

Die Inhalte der Themenseite folgen dieser Systematik: Perspektive 1 wird auf der Unterseite Akteure und Angebote aufgegriffen, die Perspektiven 2 und 3 werden gebündelt auf der Unterseite Bildungsbeteiligung und Wirkungen dargestellt. Die Zusammenschau dieser Perspektiven ergibt dabei ein schlüssiges Gesamtbild: So kann ein Ziel der kommunalen Beschäftigung mit politischer und kultureller Bildung z. B. die Beantwortung der Frage sein, welche Angebote von welchen Altersgruppen besonders nachgefragt bzw. genutzt werden, um so Lücken in der Angebotsstruktur zu identifizieren.  

Im Allgemeinen werden konzeptionelle und strategische Fragen in Bezug auf die Analyse der politischen und kulturellen Bildung im kommunalen Bildungsmonitoring noch unzureichend thematisiert:  

  • Was soll analysiert werden? 
  • Welche Daten braucht es für die Analyse?  
  • Wofür sollen Daten und Analysen ein Ausgangspunkt sein?  

Die Beantwortung dieser Fragen ist allerdings erforderlich, um konkrete Ansprüche an die zu analysierenden Daten formulieren zu können, und selbst wenn konzeptionelle Fragen, z. B. im Rahmen eines kommunalen kulturellen Leitbilds geklärt sind, stehen diese Leitbilder und das Bildungsmonitoring häufig noch unverbunden nebeneinander. Daher sind die drei genannten analytischen Perspektiven der Akteure und Angebote, der Nutzung sowie der Wirkung eine Möglichkeit, das kommunale Bildungsmonitoring stärker auf konzeptionelle Strategien und Ziele der politischen und kulturellen Bildung abzustimmen. Der Bildungsreport der Stadt Leipzig 2016 stellt ein gelungenes Beispiel der Verknüpfung von inhaltlichen Fragestellungen und hierzu präsentierten Datenanalysen im Bereich der non-formalen Bildung dar (Bischof 2017, S. 166-195). Die Herausforderung, kulturelle Gesamtkonzepte adäquat mit der Bildungsberichterstattung zu verknüpfen, wird u. a. im fünften Bildungsbericht der Stadt Nürnberg thematisiert (Bauer-Stiasny et al. 2019, S. 223-300).    

Orientierungen für die Indikatorenauswahl

Welche Dimensionen der politischen und kulturellen Bildung sollten prinzipiell durch Indikatoren abgedeckt werden? Weishaupt und Zimmer (2013, S. 87–90) haben hierzu einen Strukturierungsversuch für die kulturelle Bildung unternommen und schlagen vor, die Lebenslaufperspektive (kulturelle Bildung entlang der Lebensphasen), die Perspektive der Bildungsressourcen, -prozesse und -ergebnisse (Abbildung von Kontext, Input, Prozess und Output - KIPO; Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) 2007; Döbert 2016) sowie die Perspektive der Erfahrungsräume (formal, non-formal, informell) in den Blick zu nehmen. 

Das KIPO-Modell wird im Zusammenhang mit der Präsentation von Datenquellen, Indikatoren und Kennzahlen üblicherweise herangezogen, um die hierin enthaltenen Informationen verschiedenen Dimensionen von Bildung zuzuordnen.

Hierbei …

… ist Bildung von Rahmenbedingungen beeinflusst (Kontext),

… findet Bildung unter Bedingungen statt, die von Institutionen und Ausstattungsmerkmalen geprägt sind (Input), 

… vollzieht sich Bildung in spezifischen Lehr-Lern-Situationen (Prozess) und 

… führt Bildung zu unmittelbaren Ergebnissen und langfristigen Auswirkungen (Output/Outcome) (Siepke und Kühne 2021, S. 40). 

Dem Modell von Weishaupt und Zimmer folgend, sollte ein entsprechender Indikator dann ausgewählt werden, wenn er eine der Funktionen kultureller Bildung abbildet, also das Entfalten von Interessen, das Tradieren kultureller Praktiken oder die Ermöglichung der Beteiligung am kulturellen Leben. Eine ähnliche Strukturierung ist auch für die politische Bildung denkbar. Die Kriterien für die Auswahl eines Indikators sollten sich hierbei an den funktionalen Dimensionen (methodische Kompetenzen, politische Urteilsfähigkeit und politische Handlungsfähigkeit) orientieren. Zudem lassen sich die Indikatoren nach der Angebots- und Nutzungsperspektive unterscheiden. Bei der Nutzungsperspektive sind Differenzierungen nach sozioökonomischen, demografischen und geografischen Merkmalen möglich. In der folgenden Abbildung 1 sind die potenziellen Dimensionen der Indikatoren politischer und kultureller Bildung zusammenfassend dargestellt.

Abbildung 1: Dimensionen der Indikatorenentwicklung zur politischen und kulturellen Bildung; Eigene Erweiterung der Darstellung von Weishaupt und Zimmer (2013, S. 89)

In der Praxis findet die Auswahl von Indikatoren nicht nur auf der Basis inhaltlicher Fragestellungen statt. Sie ist auch geprägt von der Verfügbarkeit der Datenbestände (Giar et al. 2020, S. 39) und dem Aufwand, der für eine weitere Nutzung dieser Daten betrieben werden muss. Für das kommunale Bildungsmonitoring ist das von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder realisierte Datenangebot unter www.bildungsmonitoring.de die erste Anlaufstelle zur Recherche und Weiterverwendung von Indikatoren, zugehörigen Kennzahlen sowie zugrundeliegenden Datenquellen. Allerdings beinhaltet dieses Angebot nur sehr wenige Informationen zur politischen und kulturellen Bildung. 

Für eine erste Orientierung ist daher der Anwendungsleitfaden zum Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings geeignet (Giar et al. 2020). Auf den Unterseiten Akteure und Angebote sowie Bildungsbeteiligung und Wirkungen sind die im Anwendungsleitfaden dargestellten Indikatoren und Kennzahlen, die prinzipiell für die Analyse der politischen und kulturellen Bildung infrage kommen, aufgelistet. Bei den dargestellten Datenquellen ist für Kommunen stets zu bedenken, dass eine Verwendung entsprechend kommunalspezifischer Fragestellungen in den meisten Fällen nicht der Erhebungszweck der Daten ist. Daher sollten die Daten im Allgemeinen mit Vorsicht interpretiert werden (Liersch und Giar 2022).   

Weitere Materialien zur Orientierung

Aus der anwendungsbezogenen Forschung zur politischen und kulturellen Bildung sind zwei Projekte zu nennen, die sich mit der Entwicklung von Indikatoren in den beiden Themenfeldern beschäftigt haben oder dies noch tun. Das Projekt „InKuBi – Indikatoren für kulturelle Bildung“ hat von 2020 bis 2022 Ansätze für ein indikatorengestütztes Berichtssystem zur Beobachtung und Beschreibung der kulturellen Bildung entwickelt, das sich am nationalen Bildungsbericht orientiert (Belet et al. 2023; Nuss et al. 2022). Die im Projekt verfolgte Systematik der Betrachtung von Angebots-, Nutzungs- und Wirkungsperspektive sowie die dargestellten Indikatoren und Datenquellen bieten verschiedene Ansätze zur kommunalen Weiterbearbeitung (siehe auch Akteure und Angebote sowie Bildungsbeteiligung und Wirkungen). Das Projekt „Machbarkeitsstudie für einen Monitor Politische Bildung“ untersucht in ähnlicher Weise die Möglichkeiten, einen indikatorenbasierten, wiederkehrenden Bericht zur politischen Bildung in Deutschland zu etablieren, der evidenzbasierte Entscheidungen für die Bildungspolitik und Bildungspraxis ermöglicht (Abs et al. 2022). Das Projekt läuft seit Ende 2021 bis voraussichtlich Ende 2024. Es greift ebenfalls die oben erwähnte analytische Perspektive der Betrachtung von „Gelegenheitsstrukturen, Prozessen und Ergebnissen“ auf und bietet eine träger- und finanzierungszentrierte Herangehensweise, die auch für Kommunen interessant ist.  

 

Datenlage 

Zur inhaltlichen Bearbeitung der politischen und kulturellen Bildung durch das kommunale Bildungsmonitoring ist entsprechendes Datenmaterial erforderlich. Aus welchen Quellen Kommunen Daten beziehen können, ist auf den Unterseiten Akteure und Angebote sowie Bildungsbeteiligung und Wirkungen entsprechend den jeweiligen inhaltlichen Perspektiven aufgeführt. Hier finden sich auch Orientierungshinweise zu ergänzenden Erhebungen auf kommunaler Ebene. Eine Liste der auf den Unterseiten erwähnten Datenquellen inklusive der jeweiligen Zugangsmodalitäten ist auf der Unterseite Zusammenstellung der Datenquellen aufgeführt. 

Das Datenangebot zu Themen der politischen und kulturellen Bildung ist in weiten Teilen nach wie vor ausbaufähig (Hafeneger 2018; Weishaupt und Zimmer 2013). Die Probleme lassen sich wie folgt zusammenfassen: 

  • Unvollständigkeit von Träger- und Geschäftsstatistiken, v. a. hinsichtlich Daten zur Nutzung politischer und kultureller Bildungsangebote (Kolleck 2022
  • Mangelnde Vergleichbarkeit von Daten unterschiedlicher administrativer Ebenen (z. B. Bundesstatistiken und kommunale Statistiken, Statistiken verschiedener Bundesländer), u. a. aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmerkmale, Konstrukte und Erhebungszeiträume (Liebau und van Hooven 2018, S. 61-63
  • Daten stehen häufig nicht auf kommunaler Ebene zur Verfügung (Liersch und Giar 2022

Vor allem differenzierte Analysen, z. B. zur sozialräumlichen Ungleichheit der Nutzung von Angeboten der politischen und kulturellen Bildung werden hierdurch erschwert (Andrzejewska et al. 2012, S. 50). Die Gründe für die genannten Probleme sind vielschichtig: Zu nennen sind u. a. die Kulturhoheit der Bundesländer (aus der sich unterschiedliche Standards und damit auch uneinheitliche Erhebungen ergeben können) sowie die schwer zu systematisierende Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (Weishaupt und Zimmer 2013, S. 86). Groß angelegte Panelstudien wie das Nationale Bildungspanel oder das Sozioökonomische Panel (vgl. Akteure und Angebote und Bildungsbeteiligung und Wirkungen) können zwar spezifische Aspekte der politischen und kulturellen Bildung beleuchten, lassen jedoch aufgrund zu geringer Fallzahlen und fehlender Indikatoren (z. B. zu Finanzierungsstrukturen) keine Aussagen auf kommunaler Ebene zu (Kolleck 2022; Weishaupt und Zimmer 2013, S. 85-86; 95). Für Kommunen eignen sie sich vor allem dazu, Trends zu erkennen und Gegenstandsbereiche auszuloten. 

Erste Schritte bei eigenen Erhebungen

Eigene kommunale Datenerhebungen zu Fragestellungen der politischen und kulturellen Bildung sind aufgrund der beschriebenen Datenlage vor allem hilfreich und empfehlenswert, um die Perspektive der Nutzung und die Passung zwischen Angebot und Nachfrage der politischen und kulturellen Bildungsangebote zu analysieren. Auch der Anwendungsleitfaden für den Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings listet Indikatoren und Kennzahlen im Bereich der politischen und kulturellen Bildung auf, bei denen eine selbstständige Erhebung der Kommune erforderlich ist. Doch auch darüber hinaus können Kommunen mit innovativen Erhebungsstrategien im Monitoring der politischen und kulturellen Bildung vorangehen.  

Wichtig hierbei ist ein kleinschrittiges, aber kontinuierliches Vorgehen, um sich einen Überblick über Themenfelder der politischen und kulturellen Bildung zu verschaffen. Die möglichen Schritte und welche Informationen hierbei erfasst und dokumentiert werden können, sind in der folgenden Tabelle für beide Themenfelder, differenziert nach Angebots-, Nutzungs- und Wirkungsperspektive sowie entlang des KIPO-Modells zusammengefasst. Eine mögliche methodische Adaption eines solchen Erfassungsschemas bietet u. a. auch der Arts Education Field Guide – wenngleich mit Einschränkungen, da er sich auf das US-amerikanische System der kulturellen Bildung bezieht (Americans for the Arts 2012). Bei der Identifizierung von bundesweit relevanten Akteuren der politischen Bildung und deren Finanzierung kann in Ergänzung zur Tabelle auf die zusammenfassende Faktensammlung in Kalina (2014) zurückgegriffen werden. 

Tabelle 1: Schritte zur kommunalen Überblicksanalyse der politischen und kulturellen Bildung, zusammengefasst nach Abs und Hübner (2022).  

Im Zusammenhang mit eigenen Erhebungen bietet sich ein kriteriengeleitetes Vorgehen zur Entwicklung von Indikatoren und Kennzahlen an, das eng am jeweiligen Erkenntnisinteresse ausgerichtet ist. Dieses kann z. B. methodisch mit der Erweiterung bereits bestehender Erhebungen oder der Konzeption eigener Befragungen verfolgt werden (Andrzejewska et al. 2012, 54-59; 60-70). Die wesentlichen Kriterien für die Entwicklung eigener Indikatoren und Kennzahlen hierbei sind:

  • Zielvorgaben und politisches Erkenntnisinteresse maßgeblich beachten 
  • Vorhandene Datenbestände prüfen und gegebenenfalls erweitern 
  • Priorisierung von Indikatoren vornehmen 
  • Kriterien für eigene Erhebungen entwickeln 
  • Regelmäßige Erhebung der Indikatoren berücksichtigen bzw. Datenentwicklungsstrategien schaffen 

Bei der Erhebung eigener Daten zu den Themen der politischen und kulturellen Bildung durch die Kommune werden die entscheidenden Rahmenbedingungen durch kommunalinterne Strukturen gesetzt. Wichtige Erfolgsfaktoren sind fachliche Kooperationen, beispielsweise des Bildungsbüros mit dem jeweiligen Kulturamt, und gezielte Einbindungen der Träger von (non-formalen) Bildungsangeboten in der politischen und kulturellen Bildung. Diese sind inzwischen zunehmend für die Bedeutsamkeit qualitativ hochwertiger Daten sensibilisiert, benötigen aber aufgrund der Vielfalt der an den Themen interessierten und beteiligten Akteure sowie der unterschiedlichen Zugänge immer wieder einen klaren und fokussierten Blick auf das jeweilige Erkenntnisinteresse. 

Bei der Durchführung eigener Erhebungen (z. B. in Form von Befragungen) gilt es, einige grundsätzliche Aspekte zu beachten. Diese betreffen u. a. die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen (Förster 2021), die Auswahl der passenden Erhebungsmethode und deren konkrete Ausgestaltung (Baur und Blasius 2022), die Begleitung des Erhebungsvorhabens mit einem entsprechenden Datenmanagementkonzept (Förster et al. 2023) sowie die Dokumentation der erhobenen Daten (Jedinger et al. 2018). Gerade in noch wenig bearbeiteten Themen wie dem kommunalen Monitoring der politischen und kulturellen Bildung kann es hilfreich sein, sich an guten Beispielen zu orientieren und z. B. von Kommunen veröffentlichte Fragebögen, methodische Vorgehensweisen oder auch anonymisierte und kuratierte Datensätze nachzunutzen. Folglich gewinnen die Dokumentation, Archivierung und ggf. auch Veröffentlichung aller datenbezogenen Schritte der Analyse eine besondere Bedeutung, wenn sie in einer Weise erfolgen, die ihre Nachnutzbarkeit ermöglicht und somit interkommunale Synergien schafft. Neben quantitativen Methoden, die vor allem der Überblicksdarstellung der Themenfelder dienen, sind auch qualitative Erhebungen wie z. B. Expertenbefragungen zu Wirkungsaspekten und zur Nutzung der Sozialräume durch Zielgruppen der politischen und kulturellen Bildung denkbar. Hierbei ist zu erwähnen, dass das (Bildungs-)Monitoring selbst auch eine Teilhabeorientierung aufweisen kann, wenn z. B. Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Expertenbefragung zur Ausgestaltung der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit befragt werden. Bei der Planung, Durchführung, Analyse und Dokumentation eigener Erhebungen empfiehlt sich – sofern möglich – eine Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen bzw. Hochschulen, um den wissenschaftlichen Anforderungen an diese Erhebungen gerecht zu werden (Andrzejewska et al. 2012, S. 65). Die beiden Beispiele kommunaler Erhebungen auf den Seiten Akteure und Angebote sowie Bildungsbeteiligung und Wirkungen zeigen auf, welche Schritte Kommunen konkret bei dieser Unternehmung gehen können, um die Analyse politischer und kultureller Bildung in Bezug auf inhaltliche Fragestellungen auf ein solides Datenfundament zu stellen. 

Perspektivübergreifend in Bezug auf Akteure und Angebote sowie deren Nutzung können Kommunen im Bereich der amtlichen Kulturberichterstattung die Ergebnisse des Projekts „Bundesweite Kulturstatistik“ (Liersch und Asef 2018) und den dazugehörigen „Spartenbericht Soziokultur und Kulturelle Bildung“ (Liersch 2020) nachnutzen. Die Daten der Kulturstatistik sind in der GENESIS-Datenbank des Statistischen Bundesamtes abrufbar, allerdings lediglich auf der Bundes- bzw. Länderebene. Somit sind sie als Orientierung für Kommunen im Zusammenhang mit eigenen Erhebungen zu verstehen. Kommunen können hierbei u. a. die Methodik der in der Statistik aufgeführten Merkmale für eigene Erhebungen übernehmen, z. B. die Darstellung der Träger von Museen und Ausstellungen sowie der jeweiligen Besucherzahlen (Abbildung 2). 

Abbildung 2: Darstellung der Träger von Museen und Ausstellungen sowie der jeweiligen Besucherzahlen in der Bundesweiten Kulturstatistik.   


KOSMO-Newsletter

Mit allen Infos rund um das kommunale Bildungsmonitoring!

Kontakt

Standort Potsdam

kobra.net, Kooperation in Brandenburg, gemeinnützige GmbH
Benzstr. 8/9, 14482 Potsdam

Ansprechpartner:
Tim Siepke, Leitung

0331 / 2378 5331
infoREMOVE-THIS.@.@.@.www.@...@.@(at).@.www.kommunales-bildungsmonitoring.@@.:.:&""de

Standort Trier

Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz - Saarland e.V.
Domfreihof 1a | 54290 Trier

Ansprechpartner:
Dr. Tobias Danz, Leitung

0651 / 4627 8443
infoREMOVE-THIS.@.@.@.www.@...@.@(at).@.www.kommunales-bildungsmonitoring.@@.:.:&""de

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.